Projekt Lebensräume
- Details
- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 21. März 2013 14:44
Projektziele:
- Aufbau eines Hilfs- und Betreuungsnetzes in Stegen.
Motto: „von der Wiege bis zur Bahre“ - Entwicklung der „sorgenden Gemeinde“ für jung und alt
Hauptanliegen: Altenbetreuung, Altenpflege sowie Hospiz- und Palliativbegleitung durch Netzwerkkoordination von Ehrenamtlichen, Laienhelfern und Professionellen in der Gemeinde Stegen, selbstverständlich ergänzt durch Betreuungsangebote für Hilfsbedürftige jeglichen Alters; Förderung des Generationenaustauschs - Neubau eines Gebäudes für:
- Integratives Mehrgenerationenwohnen bzw. mit generationsübergreifenden Wohneinheiten inklusive ambulanter Betreuungs- und Notfallhilfen für ältere und pflegebedürftige Menschen,
- Wohngruppe für Menschen mit Demenz und Schwerpflegebedürftige,
- Tagesbetreuung für ältere Menschen und
- integrativer Generationen-Begegnungstreff.
Gesamtziel: Kein in Stegen lebender Mensch soll aufgrund einer altersbedingten oder krankheitsbedingten Veränderung seiner Lebenssituation seinen Wohn- und Lebensort in Stegen verlassen müssen. Menschen in jedem Lebensalter und jeder Lebenslage sollen die Möglichkeit haben vor Ort eine umfassende Unterstützung zu bekommen.
Projektinhalt:
BürgerInnen aus der Gemeinde Stegen bearbeiten nach eigenen Vorgaben thematische Schwerpunkte in Arbeitsgruppen: Aufbau eines ambulanten Hilfs- und Betreuungsnetzes für ältere und pflegebedürftige Menschen in Stegen; Fragebogenerstellung und Bevölkerungsbefragung; Kommunikation; Wohnformen im Alter, Barrierefreiheit und Mehrgenerationenwohnen mit Tagesbetreuung für ältere Menschen, Begegnungstreff und Pflegewohngruppen.
Das Projekt besteht aus konzeptioneller Arbeit an den Zielsetzungen sowie deren praktischer Umsetzung.
Projektorganisation und Projektstruktur:
Miteinander Stegen e.V. unterhält das Projekt `Lebensräume´ selbst und trägt im Auftrag der Gemeinde Stegen die Verantwortung für geeignete und zukunftsfähige Maßnahmen zur Bewältigung der Anforderungen des demographischen Wandels.
Das Projekt wird von der Gemeindeverwaltung, dem gesamten Gemeinderat sowie beiden christlichen Kirchengemeinden getragen. Die Arbeit von Pflegediensten und Ehrenamtlichen wird vernetzt.
Zur Projektorganisation:
Der Vereinsvorstand besteht aus fünf ehrenamtlich tätigen Personen, einer darunter engagiert sich als ehrenamtlicher Projektleiter. Zusammen mit einem hauptamtlichen Projektleiter wird das Projekt betreut und organisiert. Zum Aufbau und zur Koordinierung der Netzwerkarbeit wurde ein Netzwerkbüro eingerichtet. Dort wird ab April 2013 als Leitung des Netzwerks eine 50%-Stelle besetzt, die durch Fördermittel des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum teilfinanziert ist.
Es handelt sich um ein Projekt, in dem die Bürger selbst die Grundziele des Projekts und deren Weiterentwicklung in Arbeitsgruppen bearbeiten. Derzeit gibt es drei Arbeitsgruppen mit je 6-10 TeilnehmerInnen: AG Netzwerk, AG Genossenschaf für und wider und AG Nutzungskonzept für ein neues Gebäude. Die TeilnehmerInnen sind alle ehrenamtlich in der Arbeitsgruppe tätig, werden vom hauptamtlichen Projektleiter moderiert und bei sonstigen Aufgaben unterstützt.
Damit sind die Organisation und die Struktur des Projekts als Bürgerprojekt an der Schnittstelle zwischen Gemeinde und Verein angelegt und innerhalb der kommunalen Verwaltungswirklichkeit verankert.
Ergebnisse laufender Initiativen des Projekts
Ergebnisdarstellung nach Schwerpunkten und Zielsetzungen einzelner Arbeitsgruppen:
1. Ein Bürgerschaftliches Kontakt- und Koordinierungsbüro wurde eingerichtet und hat die Arbeit bereits aufgenommen.
2. Ein Mittagstischangebot wurde in der Seniorenwohnanlage Pater Middendorf in Stegen eingerichtet, welches derzeit jeden Samstag von 10 -20 SeniorInnen wahrgenommen und durch 3-4 Personen aus dem Ort betreut wird.
3. Bevölkerungsbefragung zur Bedarfsermittlung und zum Meinungs- und Stimmungsbild in Stegen: 923 Befragte haben sich beteiligt (31% der Befragten ab 18 Jahren); über drei Viertel der Befragten wollen in Stegen alt werden (699); 80% wollen eine Beitrag in einem gut funktionierenden Netz leisten (697), 435 als bezahlte oder ehrenamtliche Helfer; eine Tagesbetreuung für ältere Menschen ist für 73% wichtig, Wohneinheiten für Alt und Jung für 57%, ein Generationen-Begegnungstreff für 55% und eine Wohngruppe für Menschen mit Demenz sowie Schwerpflegebedürftige für 52%; 71% wünschen eine bürgerschaftliche Kontakt und Koordinierungsstelle in Stegen.
4. Arbeitsgruppe Nutzungskonzept für ein neues Gebäude mit folgender Vision:
Das Haus integriert das ganze Leben „von der Wiege bis zur Bahre“, beherbergt einen generationsübergreifenden und integrativen Querschnitt der Bevölkerung, sorgt für dauerhafte Vielfalt, ist offen für jegliche Wünsche, Bedürfnisse und Notlagen der Menschen. Ermöglicht eine 24-Stunden Betreuung, Begleitung und Pflege.
Ist und bleibt flexibel in Bezug auf die Anliegen der Menschen.
Allgemein wird im Sinne der Grundidee eines Gebäudes, welches offen sein soll für alle Anliegen der Menschen in Stegen und Umgebung, eine vielseitige Atmosphäre der Wohn- und Lebensräume angestrebt:
Die Möglichkeit für Austausch, Miteinander und Geselligkeit ebenso wie die Wahrung der jeweiligen Privatsphäre, Ruhe und Rückzugmöglichkeit.
Ein Nutzungskonzept zur Vorlage bei der Gemeindeverwaltung und für Gespräche mit möglichen Baupartnern ist in Arbeit, das Ergebnis liegt etwa Mitte-Ende April vor.
5. Mögliche Projektgenossenschaft zur Abschätzung der Machbarkeit des Bausvorhabens ist in Vorbereitung und wird voraussichtlich ab Mai die Arbeit aufnehmen (auch bürgerschaftlich!)
Projektverlauf (Durchführung und Arbeitsweise)
Durchführung des Projekts erfolgt in kontinuierlichen Arbeitsgruppen, vorbereitet, moderiert und nachbereitet durch Projektmanager; aktuelle Themenschwerpunkte werden ergebnisorientiert diskutiert und umgesetzt.
Darstellung der wichtigsten Arbeitsabläufe
Gruppensitzungen, Protokollieren, Information verteilen, Initiative ergreifen
Etappenergebnisse werden regelmäßig während eines Bürgerforums vorgestellt und danach die Arbeitsgruppen justiert.
Darstellung des Innovationscharakters des Projektes
Das Ziel eines Altenhilfenetzes aus BürgerInnen für BürgerInnen wurde von vornherein durch Bürgerbeteiligung initiiert und bearbeitet:
Direkte Bürgerbeteiligung in Hinblick auf den Bedarf älterer und kranker Menschen: Befragung, Bürgerforen, Arbeitsgruppen und Gesprächskreise: Berücksichtigung des Bedarfs.

